Mona Yahia Vier Tage
- 11. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Die konsequent personale Perspektive im Präsens erzeugt eine intensive Unmittelbarkeit. Der Konflikt der Protagonisten/innen, das Familienthema wird gleich zu Beginn nach der Personenvorstellung eingeführt.
Ein schlichter direkter Stil fokussiert den/die Lesende/n auf die bewegte Geschichte jüdischer Syrer. Dabei endet der erste Tag in einem Finale furioso.
Der 2.te Teil endet mit einer dicken Überraschung, der dritte formiert als Dystopie einer Realität, welche leider aktueller ist als man wünschte. Aus 4 Wochen Jom-Kippur-Krieg wurden viele Monate und Jahre...
Zuletzt sammelt die Familie ihre Mythen im Schlussteil auf ungewöhnliche Weise ein.
Manches Adjektiv sticht etwas blümerant heraus, bleibt wohl Geschmackssache. Ein manchmal etwas zerstückelnder Satzbau ist vermutlich der Übersetzung aus dem Englischen geschuldet, zumindest scheint die Grammatik der Ausgangssprache durch. Manch Recherchedarstellung unterminiert die personale Erzählweise, was aber frische intelligente Vergleiche wettmachen. Und alle Figuren sind weitestgehend aufgrund ihrer allzu menschlichen Konflikte sympathisch und wachsen einem ans Herz; auch wenn die Personalperspektive gegengeschlechtliche Gedankengänge wie meist als Projektion entlarvt, wie stets ein schmerzhafter Spagat.
Vier Leben über Zugehörigkeit, Identität und Neubeginn, spannend und frisch erzählt. Die Magie des Orients entfaltet die magnetische Anziehung einer großen Familiensaga.







Kommentare