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Adam Thirlwell ›die ferne Zukunft‹


Adam Thirlwell ›die ferne Zukunft‹: Frankreich im ausgehenden 18.ten Jahrhundert und eine mal ganz anders gebrochene Leiste für die Gleichberechtigung.

Und ein Buch mit vielen Wahrheiten:



S.25: ›[…] weil ein Gespräch der letzte verblieben Ort war, am dem Worte zärtlich Dinge sein durften […]‹

S.27: ›In der Geschichte der Welt […] waren die Bestechlichsten, die Tödlichsten und die Unschuldigsten immer die Schriftsteller gewesen.‹

Und so geht es weiter … ›der englische Ransmayr‹ schafft vielleicht die tiefgründigsten Frauenfiguren, welche ein Mann zu schaffen imstande ist, indem er einfühlsam von der Suche einer Frau nach wahrer Verbindung erzählt, als ›[…] bestünde das Problem darin, [… dass] niemand mehr wusste, wie man eine Geschichte erzählt, die andere Menschen nicht ausschliesst oder verletzt.‹

Derart verbreitet der Text tiefe Wahrheiten, während der Autor sich nicht nur ein eine, sondern mehrere Frauenfiguren um 1800 hineinversetzt. Denken Frauen so bzw. haben sie so gedacht? Das Vermögen nur Frauen zu beurteilen; ein gelungenes Experiment ist es allemal.

Was bleibt, außer einem Stil der vor Wiederholungen strotzt und diese in einem einzigartigen Rhythmus erklingen lässt?

Denn (S.393) ›alles in Schriften ist unwirklich und extravagant, denn das eigentliche Thema ist die Macht, nicht das Begehren. […], denn die meisten Schriftsteller wüssten nicht, was ihre Worte interessant machte.

Was bleibt wirklich? Ein Buch über die Sprache und das Schreiben, voller Wahrheiten als last minute Geschenktipp.

Frohe Weihnachten.

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