In Vorbereitung Frühjahr 2020:

 

METAMORPHOSEN DER MYTHEN

Der Mythos flimmert allgegenwärtig in Superheldenfilmen über Kinoleinwände, spiegelt sich in jedem Ritual beim Ringen um die Sicherheit des Menschen in der Welt. Mythen in Politik, in Patriarchat und in Feminismus, in monotheistischer Verkleidung beherrschen gesellschaftliche Diskurse und bestimmen die Formen gelebter Gemeinschaften. Weder Auferstehung, noch Wiedergeburt, keine Modeerscheinung, sondern »nur« eine neue Blütezeit der Mythen, die als (Neu-er-) Findung bekannter Bewältigungsstrategien erfolgt: Mythen als Lösung (politischer, psychologischer …) Probleme durch aktuelle Neu-Benennungen.

Diese Sackgasse durchbrechen die dichten Neuerzählungen dieser ›Metamorphosen‹ und enthüllen einen historischen Kern voller Überraschungen, treiben die Motive aus der Potenzialität in die Realität: eine Verwandlung von Altbekanntem in Neues und zurück. Ob Pandora oder Aschenputtel als Femenaktivistin, der heilige Georg als Zuhälter, Minotaurus und Schneewittchen als Klassen-, Kronos als IS-Kämpfer, diese Kurzprosa katapultiert die antiken Mythologeme in die Gegenwart und zeigt ihre Lebendigkeit in neuem Licht. Die Überlieferung schafft und verändert den Mythos: Die Neuerzählungen von Mythen, Märchen und Legenden, ob als Zeitungsnotiz oder als Audioguide, legen durch diese ungewöhnlichen Variationen einen Kern frei, jenseits gängiger Rezeptions- und Interpretationsmuster, stets nahe an einer ›so könnte es gewesen sein‹-Realhistorie. Ein Theoriefundament in essayistischen Betrachtungen und Kurzzusammenfassungen der ursprünglichen (?) Überlieferungen, erleichtern die Rezeption.
›Metamorphosen der Mythen‹: eine kurzweilige und überraschende, lustige und ernste Lektüre zum Nachdenken.