Technik ist steril, ist sauber. Kunst ist dreckig, besudelt vom Egoismus der Wünsche; eine Flucht vor der Komplexität der Welt.

Friedhof der Worte

Irgendwo muss es die Berge geben, entweder hier oder in Afrika, oder in der letzten der Welten, verramscht zum Ausschlachten; Sie nennen es Recycling.
Diese Hügellandschaft wellt dahin in magentafarbenen Punkten inmitten eines gelben Wirrwarrs aus Metall, Glas, Plastik und Papier: ein psychodelischer Riesenpilz, eine Flechte, bis zum Horizont. Zerbrochene Scheiben ragen mit ihren Zähnen heraus und drohen jeden Wanderer in die Welt der vergessenen Worte hinabzureißen.
Der Geruch von Erbrochenem mischt sich mit einem Hauch penetranten Parfüms — oder Desinfektionsmittels? Anscheinend funktionstüchtige Zellen umarmen zerbeulte Gabelsprecher, von deren Baumeln Laute schweigend auf verschimmelte Blätter tropfen. Zerfledderte Eingeweide mit gekritzelten Notizen neben Nummern ohne Anschluss, die Buchstaben am Ende in hinfälliger Hoffnung umkippend.
Glasgeritzte Liebesflüche teilen mit die erstarrte Zeit des Ausharrens mit Fingerwählkrämpfen, sprechen von Liebesakten-Trennungskämpfen auf engstem Raum. Zurückgelassener Nasenkitzel verströmt die Erinnerung des warmen Schlafplatzes als Zuflucht in der kälter werdenden Welt aus


Anhäufungen an Entropie — pulsen Elektronen


durch Schalt-Kreisläufe — in Synapsenhaufen,


zu füttern Leichenteile — aus Seelentechnologie.